kleiner Weihnachtseinkauf und kleine Entäuschung

Liebes Blog,

Heute habe ich mich ins Weihnachtsgedränge in Zürich gewagt, es wird langsam Zeit, dass die Geschenke eingekauft werden. Verstärkung bekam ich von einer Schulkollegin, die ebenfalls den last-minute Einkäufen entgehen wollte. Kaum an der Bahnhofstrasse, schon fing das Geschubse und Gedränge an, womit jegliche Weihnachtsstimmung verloren ging. Glücklicherweise tauchte ich gar nicht erst mit Weihnachtslaune in die Menschenmenge ein. In den Geschäften konnte ich gar nicht an Ort und Stelle stehen bleiben, um mir ein Produkt genauer anzusehen, die Masse drückte und zerrte derart an mir. Alle im Stress, alle unter Zeitdruck, keine angenehme Atmosphäre. Von den zwei vorgesehenen Geschenken für meinen Schatz konnte ich schlussendlich nur eines auffinden. Danach verkroch ich mich mit der Kollegin in ein Kaffeehaus und wir plauderten über den Alltag eines Kantischülers und die Stellung des Mannes bei der sexuellen Selektion und bei der Evolution des Menschen.

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Beim quaseln kam auch ein unangenehmes Ereignis zur Sprache. Ich brauche nämlich zwei Bücher. Eines der Bücher, ist der Lektürenschlüssel zu Faust 1, welchen ich für den Schulunterricht benötige, und andererseits das Buch Psychology (fifth edition) von Peter Gray. Warum ein Psychologie-Buch? Weil ich mich für den „Psychologie und Pädagogik“-Kurs im nächsten Schuljahr eingetragen habe. Und, weil ich als Vorbereitung (und aus Interesse an dieser Wissenschaft) den (virtuellen) Uni-Kurs „Introduction to Psychology“ besuche. Mit diesem Anliegen (Buch) bin ich nicht gerade auf Begeisterung gestossen.

Dass man die Wissenschaft Psychologie kritisch betrachten muss, verstehe ich. Nicht aber die sture Abneigung gewisser Menschen, und das Beharren auf die klassischen Naturwissenschaften Biologie, Chemie und Physik. Im Stil von Psychologie brauche man nicht, wir hätten ja Neurobiologie und Neurophysiologie, oder dass man in der Psychologie nichts erforschen und untersuchen könne, weil man es nicht anfassen oder sehen könne. Ich habe noch nie den Aufbau eines Atoms in echt gesehen.

Was mir aber in der Gesellschaft auffällt, ist dass die Psychologie sehr oft auf die klinische Psychologie oder die Gesundheitspsychologie reduziert wird. So dachte ich vor einigen Jahren selber über Psychologie, und das erste was vielen zu Psychologie einfällt, ist „Depressionen“ oder andere psychische Krankheiten. Die Psychologie befasst aber mit weitaus mehr als nur Menschen mit Depressionen, Burnouts oder „Stress und Problem i dr Familiä/Schuäl“. Ein Beispiel ist der Studiengang „Angewandte Psychologie“ an der Fachhochschule, von dessen Absolventen nur ein sehr geringer Anteil später psychische Störungen behandeln (so an der Präsentation des Studiengangs an meiner Schule). Die Psychologie befasst sich auch mit den Fragen, wer wir überhaupt sind, warum wir sind,  und warum wir uns zu Hause ein bestimmtes Verhalten haben, unter Kollegen aber ein ganze anderes. Aber auch wie wir etwas wahrnehmen, eine Strasse, ein Lied, eine optische/akustische Täuschung oder, sehr interessant, wie wir eine Sprache lesen, lernen und wie wir z.B. Schach spielen (können). Beim Entwickeln einer graphischen Oberfläche für Programm, muss man sich Gedanken über die Benutzerfreundlichkeit machen, aber auch eine Oberfläche so gestalten, dass Fehlbedienung verhindert werden kann. Bei der Entwicklung und Gestaltung von Cockpits für Flugzeuge spielt der psychologische Aspekt schon nur rein sicherheitstechnisch und der Flugzeugführung eine grosse Rolle.

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Nun soll ich optimistisch sein und hoffe das Buch als grosse Überraschung an Weihnachten zu erhalten.

Nicolas Weyland

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